Nachrichten

Förderprojekte 2020:

Tanzworkshop in Bethlehem

In Bethlehem und generell in Palästina existiert noch keine professionelle Tanzausbildung für zeitgenössischen Tanz. Daher bietet der Leipziger Verein ICIA e.V Ende April/Anfang Mai 2020 eine Fort- und Weiterbildung in zeitgenössischem Tanz mit hochkarätigen, international arbeitenden Lehrer*innen an. Ziel ist es, dieses Projekt mehrmals im Jahr zu wiederholen. Der nächste Workshop ist bereits in Planung und für Oktober 2020 angesetzt. Es nehmen 10-12 Jugendliche  teil, die aus dem Gebiet der Westbank, vorwiegend aus Bethlehem und Jerusalem kommen und  verschiedenen Religionen angehören. Die Jugendlichen haben bereits regelmäßig Tanzkurse in Dabkeh absolviert. Durch die bereits vorhandene Struktur eines regelmäßigen Tanzunterrichts, kann eine weitere Betreuung der Teilnehmenden nach dem Workshop gewährleistet werden. Das Projekt wurde über Social-Media Kanäle und andere Plattformen angekündigt. Anmeldeschluss war der 15. Februar.

Nach dem Workshop werden die Teilnehmenden weiterhin in Tanz unterrichtet und langfristig mit dem Choreografen Royston Maldoom arbeiten. Er möchte mit seiner Organisation eine professionelle, langfristig angelegte Tanzausbildung vor Ort entwickeln.

Für den Workshop konnte ICIA e.V. diese Lehrer*innen verpflichten:

Juliette Rahon (Frankreich) Künstlerische Leiterin von Juliette Rahon & Co seit 2016. Studium am CRR Lyon, Madrid’s Royal Conservatory und Iwanson International München. – Alicia Varela Carballo (Spanien) Tänzerin und Pilates Lehrerin. Studium an der Palucca Hochschule in Dresden. – Robert Söderström (Schweden) Designer, Tänzer, Lehrer, Fotograf und Maskenbildner. Studium am Broadway Center New- York und Iwanson International München . – German Farías (Argentina). Tänzer und Lehrer. Studium am Kunstinstitut San Martin Buenos Aires. Tänzer an der Opera de Nice.

Die Stiftung Hoffnung13 unterstützt das Projekt mit einer finanziellen Zuwendung.

 

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Projekte 2019/20

100.000 Euro für Hilfsprojekte im Irak und Palästina

Im zweiten Jahr ihrer Tätigkeit der Förderung von Projekten mit musischer Bildung für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten wird die in Marburg ansässige Stiftung Hoffnung13 insgesamt drei Projekte mit insgesamt 100.000 Euro bezuschussen:

  • Musikalische Fortbildung an der Ibda’a-Schule für Künste in Ostjerusalem.

Im September 2017 wurde die Ibda’a-Schule für Künste in einem Viertel in Ostjerusalem eröffnet. Es ist die erste Schule ihrer Art in Jerusalem, sowie die einzige in ganz Israel, die ihre Programme speziell auf den arabischen Sektor fokussiert. Das Grundprinzip der Schule besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler mittels kreativem Selbstausdruck durch Musik, Kunst und Film einen Weg finden, ihre Stärken zu erkennen, mit eventuellen Traumata umzugehen und Möglichkeiten zur positiven Entwicklung für sich und die Gesellschaft zu schaffen.

In dieser Institution können derzeit 142 Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Talente entdecken und entwickeln, sowie von der therapeutischen Wirkung der Musik profitieren. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Ibda’a-Schule daher auf die musikalische Erziehung. Für das kommende Schuljahr 2019/20 wird es Abiturlehrgänge in den Fächern (klassische und moderne) Musik, plastische Kunst und Theater/Film geben. In Zusammenarbeit mit der Jerusalem Foundation finanziert unsere Stiftung Kosten für die  musikalische Ausbildung im Einzelunterricht und Orchester, Workshops und Auftritte innerhalb und außerhalb Ostjerusalems.

  • Ausbildung von Musiktherapeuten im Flüchtlingslager Debaga/Irak

Nach einem in 2018 von uns finanzierten erfolgreichen Pilot-Projekt von Terre des Hommes wird unsere Stiftung erneut dazu beitragen, in diesem riesigen Flüchtlingslager (derzeit leben dort 40.000 Menschen in Zelten) Kindern und Jugendlichen das Angebot zu machen, ein Musikinstrument zu erlernen oder in pädagogisch geleiteten Gruppen zu singen und zu musizieren. Die Ausbildung der dafür notwendigen Sozialarbeiter/innen im Camp übernehmen in mehreren Kursabschnitten 2019/20 bekannte Musiker aus dem Irak, Syrien und Deutschland, die im Anschluss als Geschenk für die vielen Tausend Bewohner des Camps ein Konzert zusammen mit den  Sozialarbeiter und Kindern des Camps geben werden.

Die ausgesuchten Therapeuten werden in einem größeren Rahmen gezielt zu Aktivitäten der psycho-sozialen Betreuung (PSS) über einen Zeitraum von drei Jahren weitergebildet. Sie werden hierbei von ausgebildeten Psychologen und Pädagogen qualifiziert und betreut.

Das pädagogische Grundverständnis, notwendig für gezielte soziale Tätigkeiten, wird hier über einen längeren Zeitraum vermittelt. Das geförderte Projekt dockt an diese  Arbeit an und nutzt Synergien. In den Vorprojekten wurde festgestellt, dass Methoden der Musikpädagogik sich als sehr wirkungsvoll zeigten. Dies insbesondere in Hinsicht auf die emotionale Stabilisierung von Jugendlichen (in Teilen auch radikalisierte Jugendliche) und auf deren Bereitschaft sich auf Therapieprozesse und friedenserzieherische Aktivitäten einzulassen.

Dima Orsho, eine in den USA lebende syrische Sängerin, Kinan Azmeh, ebenfalls aus Damaskus stammender und in den USA lebender Klarinettist und der deutsche Akkordeonist Manfred Leuchter sind drei bereits feststehende Musiker. Insgesamt werden es vier sein. Alle drei Musiker sind sowohl mit den arabischen als auch westlichen Wertesystemen vertraut und als Botschafter in der Verbindung beider Welten etabliert und (auch von irakischen Regierungsbehörden) anerkannt. Sie haben seit vielen Jahren Erfahrung mit der Durchführung von Musikworkshops für marginalisierte Kinder und Jugendliche insbesondere im arabischen Raum.

Im Rahmen des Methoden-Trainings werden vornehmlich verschiedene Trommeln und Gesang eingesetzt, um hier verstärkt auf Körpergefühl und Atmung einzuwirken. Kinder und Jugendliche, die bereits Gitarre, Flöten oder andere Instrumente spielen, werden hier unterstützend integriert und von den Musikern beraten.

  • MAKAN – Children Play Therapy Initiative in Palästina

Schon seit dem Frühjahr in Palästina unterwegs ist das Projekt MAKAN – Children Play Therapy Initiative mit der Musikpädagogin Joline Shamieh Khader und zeitweise dem Tänzer Mohan C. Thomas aus Essen. Sie ziehen in der Westbank von Ort zu Ort, zuerst Bethlehem, Hebron and Jericho, und veranstalten spontan in Zusammenarbeit u.a. mit Schulen, Sommerlagern, Waisenhäusern und Bedouinengemeinschaften Workshops mit Kindern und Jugendlichen. Diese beginnen mit einer vorgelesenen Geschichte und die Kinder können daraus eigene Interpretationen der Geschichte und ihren Fortgang mit Zeichnen, Formen, Musik und Tanz entwickeln. (s .Beschreibung von Joline Shamieh Khader im Anhang). Hoffnung13 hofft, dieses erfolgreiche Pilot-Projekt auch im nächsten Jahr finanzieren zu können.

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Projekte 2019

Projekte 2019

Ab sofort können Anträge für Projekt-Finanzierungen im Jahr 2019 gestellt werden.

Bitte fordern Sie bei Interesse Unterlagen über unser Kontaktformular an.

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Projekte 2018

Herbst 2018:

Seit September 2018 unterstützt die Stiftung Hoffnung13 auch musischen Unterricht für traumatisierte Flüchtlingskinder in Marburg, dem Gründungsort und Sitz der Stiftung.

In Zusammenarbeit mit der Musikschule und der Stadt Marburg wird der 13 Jahre alten Maali aus dem Iran der Gitarrenunterricht und der elf Jahre alten Mariya aus der Ost-Ukraine der Klavierunterricht ermöglicht.

2018

  • Palästina: Ausbildung zu Musiktherapeuten für Kinder in drei Ausbildungsblöcken.
  • Palästina: HIP-HOP Lehrerausbildung und Workshops für Jugendliche in drei Kursen. Beides Projekte der Intercultural Music Association e.v.  MUSIC CAN HELP, finanziert von Stiftung Hoffnung13.
  • Irak: Kurse mit Kunst und Musik für Kinder im Flüchtlingslager Debaga. Finanziert von Stiftung Hoffnung13. Ein Projekt von Terre des Hommes Deutschland, Migration and Refugee Support.
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Stiftung Hoffnung13 beginnt ihre Tätigkeit

Ausbildungsseminare für eine Musiktherapie mit traumatisierten Kindern in Palästina, Trommeln und Töpfern für Kinder in einem Flüchtlingslager im Irak und Hip-Hop-Workshops mit Jugendlichen in Bethlehem – das sind die ersten Projekte, die die Stiftung Hoffnung13 in diesem Jahr finanzieren wird.

Das beschloss nach einer Sichtung von vielen eingereichten Vorschlägen gemeinnütziger Hilfsorganisationen jetzt der ehrenamtliche Stiftungsvorstand, dem außer dem Vorsitzenden und Witwer der Stifterin, Claus Schreiner, auch Mareike Reinig und Ellen Reichard angehören

Hoffnung13 wurde von der 2016 verstorbenen Marburger Designerin und Künstlerin Katharina N.Eitel zur Erbin ihres Vermögens bestimmt. Sie soll Projekte fördern, mit denen unter Verfolgung und Kriegswirren leidenden Kindern Bildung, insbesondere musische Bildung ermöglicht wird.

Ein besonderer, aber nicht ausschließlicher, Schwerpunkt wird dabei auf den Bereich des israelisch-palästinensischen Konflikts gelegt. Die Förderung umfasst sowohl die spezialisierte Ausbildung von Fachkräften im psychotherapeutischen Bereich und musischen Fächern, als auch Projekte, die vor Ort mit Kindern durchgeführt werden.

Im Jahr 2017 erlangte die Stiftung Rechtsfähigkeit und wurde als gemeinnützig in das Stiftungsregister eingetragen. Zur Realisierung erster Projekte kam es erst jetzt, nachdem Versuche abgewehrt werden konnten, die Stiftungsgründung und die Übertragung des Erbes in das Stiftungsvermögen zu verhindern. Da die Stifterin Katharina N.Eitel neben ihrer herausragenden künstlerischen Tätigkeit – vor allem in Design, Papierkunst und Installationen – sich zeitlebens großzügig als Förderin kultureller und sozialer Projekte gezeigt hatte, wurde im Herbst 2017 die Straße nach ihr benannt, in der sie bis zu ihrem Tod lebte.

Die für dieses Jahr zunächst verplanten Mittel in Höhe von 30.000 Euro gehen an:

Die mehrstufige und mehrjährige Ausbildung von lokalen Sozialtherapeuten, Psychologen und Lehrer, die musiktherapeutische Elemente in ihre Arbeit mit traumatisierten Kindern in Palästina einfließen lassen sollen. (Durchführung von ‚Music Can Help‘)

Dieselbe deutsche Hilfsorganisation wird mit Mitteln der Stiftung Hoffnung13 drei Hip-Hop Workshops in Zusammenarbeit mit den Diyar-Dance-Theatre in Bethlehem durchführen. Schwerpunkt wird u.a. die Arbeit in einer Schule für verhaltensauffällige Kinder in Beit Hanina, einem arabischen Stadtteil Jerusalems sein. Auch diese Workshops werden nachhaltig so angelegt, dass aus ihm auch Menschen hervorgehen, die danach selbst als Ausbilder tätig werden können. Hip-Hop findet, wie überall auf der Welt, auch unter den Jugendlichen Palästinas großen Anklang. Konzentration, Gruppengefühl und Sozialkompetenz werden dabei besonders geschult. „Music Can Help“ und seine Partnerorganisationen arbeiten eng mit den christlichen Einrichtungen von Mitri Raheb zusammen, der mehrere Jahre Theologie an der Marburger Philipps-Universität studierte und u.a. den Deutschen Medienpreis und den Aachener Friedenspreis erhielt.

Im Flüchtlingslager Debaga im irakischen Kurdistan werden den Kindern der dort lebenden Familien und den vielen Waisen drei Monate lang kulturelle und künstlerische Angebote von Terre des hommes, finanziert von Hoffnung13, gemacht: Gitarrespiel, Trommelkurse und Töpferkurse. „Das verbindende Moment der Musik hilft, einerseits die persönlichen Lasten – jedenfalls zeitweise – zu überwinden und andererseits über Barrieren religiöser und ethnischer Identität hinwegzusteigen.“

Ein wichtiges Auswahlkriterium für die Förderungsvergabe ist u.a. die Nachhaltigkeit, unter der eine Fortführung der musischen Angebote durch einheimische Mitarbeiter verstanden wird.

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Aufarbeitung der NS-Vergangenheit

Walter-Voß-Weg erhält einen neuen Namen.

Das neue Straßenschildes im Katharina-Eitel-Weg, darunter das alte Schild mit orangenem Band kreuzweise abgeklebt (Foto: Stadt Marburg, Patricia Grähling)Das Straßenschild mit dem neuen Namen des ehemaligen „Walter-Voß-Weges“ ist enthüllt: Ab sofort trägt der Weg am Ortenberg den Namen der Künstlerin Katharina Eitel. Die Universitätsstadt arbeitet mit der Straßenumbenennung die NS-Vergangenheit Marburgs auf und entzieht dem früheren kommissarischen Oberbürgermeister Walter Voß sämtliche Ehrungen. Der Name „Katharina-Eitel-Weg“ wurde mit Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner ausgewählt.

Lesen Sie den ganzen Text auf der Homepage der Stadt Marburg

(Foto © Stadt Marburg, Patricia Grähling)

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