Projekte 2019/20

100.000 Euro für Hilfsprojekte im Irak und Palästina

Im zweiten Jahr ihrer Tätigkeit der Förderung von Projekten mit musischer Bildung für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten wird die in Marburg ansässige Stiftung Hoffnung13 insgesamt drei Projekte mit insgesamt 100.000 Euro bezuschussen:

  • Musikalische Fortbildung an der Ibda’a-Schule für Künste in Ostjerusalem.

Im September 2017 wurde die Ibda’a-Schule für Künste in einem Viertel in Ostjerusalem eröffnet. Es ist die erste Schule ihrer Art in Jerusalem, sowie die einzige in ganz Israel, die ihre Programme speziell auf den arabischen Sektor fokussiert. Das Grundprinzip der Schule besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler mittels kreativem Selbstausdruck durch Musik, Kunst und Film einen Weg finden, ihre Stärken zu erkennen, mit eventuellen Traumata umzugehen und Möglichkeiten zur positiven Entwicklung für sich und die Gesellschaft zu schaffen.

In dieser Institution können derzeit 142 Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Talente entdecken und entwickeln, sowie von der therapeutischen Wirkung der Musik profitieren. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Ibda’a-Schule daher auf die musikalische Erziehung. Für das kommende Schuljahr 2019/20 wird es Abiturlehrgänge in den Fächern (klassische und moderne) Musik, plastische Kunst und Theater/Film geben. In Zusammenarbeit mit der Jerusalem Foundation finanziert unsere Stiftung Kosten für die  musikalische Ausbildung im Einzelunterricht und Orchester, Workshops und Auftritte innerhalb und außerhalb Ostjerusalems.

  • Ausbildung von Musiktherapeuten im Flüchtlingslager Debaga/Irak

Nach einem in 2018 von uns finanzierten erfolgreichen Pilot-Projekt von Terre des Hommes wird unsere Stiftung erneut dazu beitragen, in diesem riesigen Flüchtlingslager (derzeit leben dort 40.000 Menschen in Zelten) Kindern und Jugendlichen das Angebot zu machen, ein Musikinstrument zu erlernen oder in pädagogisch geleiteten Gruppen zu singen und zu musizieren. Die Ausbildung der dafür notwendigen Sozialarbeiter/innen im Camp übernehmen in mehreren Kursabschnitten 2019/20 bekannte Musiker aus dem Irak, Syrien und Deutschland, die im Anschluss als Geschenk für die vielen Tausend Bewohner des Camps ein Konzert zusammen mit den  Sozialarbeiter und Kindern des Camps geben werden.

Die ausgesuchten Therapeuten werden in einem größeren Rahmen gezielt zu Aktivitäten der psycho-sozialen Betreuung (PSS) über einen Zeitraum von drei Jahren weitergebildet. Sie werden hierbei von ausgebildeten Psychologen und Pädagogen qualifiziert und betreut.

Das pädagogische Grundverständnis, notwendig für gezielte soziale Tätigkeiten, wird hier über einen längeren Zeitraum vermittelt. Das geförderte Projekt dockt an diese  Arbeit an und nutzt Synergien. In den Vorprojekten wurde festgestellt, dass Methoden der Musikpädagogik sich als sehr wirkungsvoll zeigten. Dies insbesondere in Hinsicht auf die emotionale Stabilisierung von Jugendlichen (in Teilen auch radikalisierte Jugendliche) und auf deren Bereitschaft sich auf Therapieprozesse und friedenserzieherische Aktivitäten einzulassen.

Dima Orsho, eine in den USA lebende syrische Sängerin, Kinan Azmeh, ebenfalls aus Damaskus stammender und in den USA lebender Klarinettist und der deutsche Akkordeonist Manfred Leuchter sind drei bereits feststehende Musiker. Insgesamt werden es vier sein. Alle drei Musiker sind sowohl mit den arabischen als auch westlichen Wertesystemen vertraut und als Botschafter in der Verbindung beider Welten etabliert und (auch von irakischen Regierungsbehörden) anerkannt. Sie haben seit vielen Jahren Erfahrung mit der Durchführung von Musikworkshops für marginalisierte Kinder und Jugendliche insbesondere im arabischen Raum.

Im Rahmen des Methoden-Trainings werden vornehmlich verschiedene Trommeln und Gesang eingesetzt, um hier verstärkt auf Körpergefühl und Atmung einzuwirken. Kinder und Jugendliche, die bereits Gitarre, Flöten oder andere Instrumente spielen, werden hier unterstützend integriert und von den Musikern beraten.

  • MAKAN – Children Play Therapy Initiative in Palästina

Schon seit dem Frühjahr in Palästina unterwegs ist das Projekt MAKAN – Children Play Therapy Initiative mit der Musikpädagogin Joline Shamieh Khader und zeitweise dem Tänzer Mohan C. Thomas aus Essen. Sie ziehen in der Westbank von Ort zu Ort, zuerst Bethlehem, Hebron and Jericho, und veranstalten spontan in Zusammenarbeit u.a. mit Schulen, Sommerlagern, Waisenhäusern und Bedouinengemeinschaften Workshops mit Kindern und Jugendlichen. Diese beginnen mit einer vorgelesenen Geschichte und die Kinder können daraus eigene Interpretationen der Geschichte und ihren Fortgang mit Zeichnen, Formen, Musik und Tanz entwickeln. (s .Beschreibung von Joline Shamieh Khader im Anhang). Hoffnung13 hofft, dieses erfolgreiche Pilot-Projekt auch im nächsten Jahr finanzieren zu können.